Hand gegen Koje: Allein unter Aalen

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Nein, natürlich war ich nicht allein unter Aalen.

Schließlich waren Thorsten, Willi, Helen und Dirk, der diese Woche eine neue Stelle im Gemeindebüro angetreten hat, mit dabei. Oder besser gesagt, ich war bei ihnen dabei. Ich habe nämlich weder von Angeln noch von Aalen irgendeinen blassen Schimmer. Die Aale waren auch nicht so schrecklich wichtig (tut mir leid, Leute). Ab und zu biss zwar einer an, und dann gab es eine kurze Aufregung, und dann zuckte ein schwarzglänzender Leib an einer Angel und verschwand ganz schnell in einem Eimer, und der Deckel kam drauf. Viel wichtiger war, dass es eine überirdisch schöne Nacht war. Fast windstill, ein nicht enden wollender Sonnenuntergang, und selbst um halb zwölf war es noch nicht richtig dunkel. Eine Gruppe Jungvieh stand am Zaun und glotzte, sichtlich begeistert, dass mal was passierte.

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Und dann passierte wirklich was. Hinter der Hallig ging der Mond auf, eine rote, flammende, fast noch volle Scheibe, die sich mit unglaublicher Geschwindigkeit in den Nachthimmel schob, dann von rot zu gelb wechselte und eine Lichtbahn auf den Priel warf, an dem wir (oder besser die anderen) angelten. Es war so schön, es tat beinahe weh.

Hooges letzter Krabbenkutter

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Eigentlich war die Nacht viel zu schön, um ins Bett zu gehen, aber irgendwann bin ich doch heimgeradelt. Schließlich war klar, dass die Tagestouristen heute wieder zum Halligsturm ansetzen würden. Leider wurden sie ausgebremst. Wir hatten nämlich Niedrigwasser. So niedrig, dass die Schiffe festsaßen und die Hallig mit großer Verspätung erreichten. Schon verrückt, am Dienstag hatten wir Sturm und Hochwasser, und heute hatten wir Niedrigwasser und Hochsommer. Es war so heiß, dass am Nachmittag extrem viel Sonnenbrand am Anleger herumlief. Nach der Arbeit ging ich zum zweiten Mal baden, und es war herrlich. In den Wellen schwappen an der Westerwarft. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass die Sonne das niedrige Wasser tagsüber ordentlich aufheizt, und es bestimmt viel wärmer war als 13 Grad.

Vielleicht kein großer Strand. Dafür nicht überlaufen.

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Am Montag ist meine Lesung im Café Blauer Pesel, angekündigt als „Eine Schwäbin auf der Hallig.“ Ich freue mich schon sehr drauf. Hoffentlich kommt überhaupt jemand. Vorher müssen wir aber noch zwei Tage Tagesansturm überleben.

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