Gesehen. Das neue Stadtmuseum Stuttgart

Stuttgart kann sich freuen. Während manche Bauprojekte wie S21 nur Skandale provozieren, ärgern und ständig den Kostenrahmen sprengen, ist an anderer Stelle sehr Erfreuliches zu vermelden. Erst im April öffnet das neue Stadtmuseum offiziell, doch schon jetzt herrscht dort Hochbetrieb!

Erst aber kurz noch der Hinweis, dass wir morgen (Kornwestheim) und am Sonntag (Esslingen) unsere großartige Weihnachtsshow „Weihnachten ist wunderbar“ spielen! Die Premiere im komplett ausverkauften Theater der Altstadt und die Veranstaltung in Rutesheim waren ein Riesenerfolg. Es war sehr lustig! Deshalb nicht verpassen! Alle Termine hier:
http://www.e-kabatek.de/termine/default.htm

Das neue Stadtmuseum Stuttgart verspricht für die Stadt eine echte Bereicherung zu werden. Erst im April 2018 wird die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte eröffnen, aber schon jetzt probt die ehemalige Stadtbücherei im Wilhelmspalais an der Museumsmeile den Ernstfall und ist zugänglich.So kann man sich jetzt schon davon überzeugen, dass der Umbau gelungen ist. Statt auf Coolness hat man auf warmes, helles Holz gesetzt und die Treppe entfernt, die die Sichtachse zum Charlottenplatz hin unterbrochen hat. Im Erdgeschoss, da, wo früher Zeitungen aus aller Welt gelesen wurden, ist jetzt eine Bar, die auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten geöffnet sein soll. Der Gründungsdirektor Dr. Torben Giese jedenfalls wünscht sich ein lebendiges Haus, das die Stuttgarter als das ihre betrachten und wo sich auch hingehen, um ein Glas Wein zu trinken. Mit großem Enthusiasmus führt Giese durch das Museum, freut sich darüber, dass das Untergeschoss komplett der Museumspädagogik für Kinder und Jugendliche gewidmet ist, begrüßt jeden Besucher, der schon jetzt ins Haus kommt und hat damit, dass er die erste große Veranstaltung dem Stuttgarter Hip-Hop gewidmet hat, gleich einen Coup gelandet, der Junge und Junggebliebene ins Museum gelockt hat. Giese räumt der Popkultur einen hohen Stellenwert ein, das hat er von Anfang an klargemacht. Er will mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen verschiedene Zielgruppen ansprechen. Vor allem aber will er ein Haus, das den Stuttgartern gehört, und das die Stuttgarter zu ihrem machen. Deshalb wünscht er sich auch freien Eintritt für die Dauerausstellung. Darüber entschieden hat der Gemeinderat noch nicht. Als ich ihn darauf anspreche, dass ihm dann vielleicht die Leute die Bude einrennen und Rummelplatz-Atmosphäre herrschen könnte, wie es beispielsweise in vielen kostenlosen Museen in London der Fall ist, lacht er nur und meint: „Wenn wir dieses Problem hätten, dann wären wir glücklich! Die Dinge, die wir hier zeigen, gehören den Bürgern. Deshalb müsste die Ausstellung eigentlich umsonst sein.“ Ganz klar, wie auch das neue Museum, so scheint auch der aus Wiesbaden kommende Direktor ein Glücksfall zu sein: Ein Überzeugungstäter, der seinen Job als Traumjob betrachtet. Auf die Freitreppe vor dem Wilhelmspalais wird man noch bis Ende 2020 warten müssen -das Stadtmuseum gibt dagegen jetzt schon Vollgas. Vom 14. bis 21. Dezember öffnet es als „Palais des Techno“ mit einer Ausstellung des Licht- und Klangkünstlers Walter Giers. Mehr unter http://www.stadtmuseum-stuttgart.de!

Dr. Torben Giese „als DJ“ mit Jugendlichen im neuen Stadtmuseum

Keine Treppe mehr im Weg: Das neue Foyer

Und zum Abschluss noch die Kino-Kurz-Kritik! Der neue Film von Fatih Akin „Aus dem Nichts“ ist einerseits grandios, andererseits leider auch ein wenig konfus. Er ist durchweg gut besetzt, lohnt sich aber vor allem wegen der unglaublich grandiosen schauspielerischen Leistung von Diane Krueger. Die spielt eine Frau (sehr tätowiert, trink- und rauchfest) die bei einem Attentat Mann und Sohn verliert, und anschließend in die Mühlen von Polizei und Gericht gerät. Die Geschichte spielt in Hamburg und ist fiktiv, aber sie spielt, ganz klar, auf die NSU-Morde und die Verschleierung durch den Staat an. Nur leider wird nicht ganz klar, was uns der Regisseur damit sagen will. Geht es um das persönliche Leid im politischen Ganzen? Denn das ist eigentlich der Kern des Films: wie man mit einer Tragödie klarkommt, die das Leben komplett umkrempelt. Oder eben auch nicht klarkommt…

P.S. Nette Weihnachtsgeschenke gibt es beim Kaufhaus Mitte im Königsbau (da, wo früher Strauss war)
P.P.S. In der Markthalle in Stuttgart hat ein neuer Bäcker aufgemacht, der Bäcker Baier aus Herrenberg. Demeter und wirklich lecker!

2 Kommentare

  1. da freut sich jemand aus Mülheim a.d.Ruhr über den Zusatz vom Bäcker Baier aus Herrenberg! 2014 habe ich ihn aufgrund eines Artikel im „a tempo“ beim Maganzin ALVERDE der DM aufgesucht
    – unbeschreiblich gut und super Qualität.(Zwischenstation wegen ehem. Geschäftskontakt) Baier wurde ja auch bester Bäcker bei Lafer im ZDF 2009.Bei einem nächsten Mal in Stuttgart gehe ich nicht vorbei!

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