Mein Häusle in Cornwall (1)

Es ist ein Traum: Ich habe ein Häusle in Cornwall und das Wetter ist schön!

„Schätzle allein zu Haus“ ist beim Verlag Droemer Knaur abgeliefert und wird gerade von meiner fabelhaften Lektorin Michaela Kenklies redigiert. Das heißt, sie liest es von vorne bis hinten und macht Verbesserungsvorschläge. Dann gehe ich nochmal drüber, dann geht es zurück an den Verlag, dann wird es gesetzt, also das Layout gemacht, dann kriege ich es wieder und lese Korrektur, und mehrere andere Leute lesen Korrektur, und dann ist es endlich irgendwann mal fertig und erscheint am 26. September. Viel Arbeit, so ein Buch!

Ich bin geistig schon beim nächsten und habe mir deshalb ein winziges Häusle in Cornwall gemietet, denn der nächste Roman soll wieder in Cornwall spielen! Vor sechs Jahren war ich an der Nordküste Cornwalls in St. Agnes, und daraus wurde dann die Geschichte von Sir Nicholas Reginald Fox Fortescue und Emma aus Stuttgart, „Ein Häusle in Cornwall.“ Nun bin ich an der Südküste. Die ist milder und weniger spektakulär, aber um diese Jahreszeit herzzerreißend schön, da der Frühling viel später kommt als bei uns. Es ist die schönste Zeit für Blumen, und die schönste Zeit für Cornwall – nicht so voll wie im Sommer, und es ist wärmer und sonniger, auch wenn man es kaum glauben mag. Also ein echter Geheimtipp – lieber im Mai oder Juni nach Cornwall fahren, nicht in den Sommerferien!

Mein Häusle liegt in Cadgwith, einem kleinen, idyllischen Dörfchen auf dem Lizard, das ist der südlichste Punkt Großbritanniens. Der allersüdlichste Punkt ist Lizard Point, man sieht ihn von Cadgwith aus.

Ich bin hier schon ein paarmal auf Wanderungen durchgekommen und dachte mir: Das ist ein Örtchen zum länger bleiben! Früher lebten die meisten Menschen hier vom Fischfang, und noch immer gibt es ein paar Fischer, die crab (also nicht Krabben, wie wir sie kennen, sondern Krabbe mit weißem Fleisch) und Langusten fischen. Der wichtigste Erwerbszweig ist aber mittlerweile der Tourismus.

Als ich hier ankam, kam der Vater meiner Vermieterin in Gummistiefeln angestapft, um mich zu begrüßen. Christopher hat eine Farm ein paar Meilen im Landesinneren. Er hat mir erzählt, dass sich die meisten locals Cadgwith nicht mehr leisten können, und deshalb an Touristen vermieten. Das ist die Schattenseite der Idylle: Cornwall ist eine arme Gegend, es gibt wenig Jobs, und viele Häuser sind von reichen Londonern aufgekauft worden und werden als „second homes“ genutzt, also als Ferienhäuser, oder die Einheimischen pimpen ihre Häuschen auf, vermieten sie an Urlauber und ziehen selber ins Landesinnere, wo es billiger ist. Gentrifizierung à la Cornwall. Überall wird geklopft und gesägt und renoviert, weil die Saison gerade erst so richtig anfängt, jede Garage scheint hier umgebaut zu werden! Im Moment ist es aber insgesamt abgesehen vom Flexen, Klopfen und Hämmern sehr ruhig und verschlafen, und morgens höre ich nichts als unglaublich viele Vögel! Ende Mai wird es dann sehr voll werden, denn am 28. Mai ist Bank Holiday, ein Feiertag, und viele Schulen haben eine Woche Ferien, so dass zum „Half Term“ wohl viele Engländer nach Cornwall fahren werden.

Mein Häusle ist die ehemalige Werkstatt des Schreiners, und es ist vermutlich das kleinste Ferienhaus in Cadgwith! Ferienhäuser sind nämlich richtig teuer. Es ist aber sehr schnucklig. Was braucht der Mensch mehr?

Läden gibt es in Cadgwith keine, dafür muss ich ins nächste Dorf laufen nach Ruan Minor. Dort gibt es immerhin einen kleinen Laden, „Leggie’s Pasty Shop“ (Pasties sind Teigtaschen, eine berühmte Spezialität aus Cornwall) und eine Farm mit einem Farmshop. Aber es gibt einen Pub, „Cadgwith Cove Inn“, und dort ist heute Abend Folk Night. Ich bin gespannt! Und natürlich auch darauf, was für eine Geschichte hier entstehen wird.

3 Kommentare

  1. Wir sind derzeit an der Nordwestküste Cornwalls und können den Tip nur bestätigen. Die Orte und Wanderwege sind noch nicht überfüllt mit Touristen . Hyazinten und Stechginster blühen üppig. Auch subtropische Pflanzen wie Gunnera und Camelien oder Mittagsblumen setzten farbliche Akzente. Grüsse aus Sennen Cove.

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