Mein Häusle in Cornwall (3)

Es gibt zwar keinen Laden in Cadgwith, trotzdem kann man leckere Sachen erstehen.

Gestern Abend war ich mit Heinke und ihrem Mann Axel noch einmal im Pub, das war sehr nett. Jetzt sind sie leider abgefahren zu ihrer nächsten Unterkunft. Morgen gehen die beiden zu einer Garden Party anlässlich der Royal Wedding, und ich hoffe sehr, ich bekomme einen Bericht davon und ein paar Fotos. Sorry, Heinke, jetzt hab ich dich geoutet.

In Cadgwith gibt es ja keinen Laden, aber gestern Morgen war in Ruan Minor Gemeindekaffee. Da gab es dann zum Beispiel Blumen und Pflanzen für den Garten, selbstgebackene Scones für lächerliche 30p, selbstgemachte Marmeladen und Chutneys. Eine Frau saß mit ihrem Strichzeugs da. Das Publikum war zu neunzig Prozent jenseits der achtzig, aber alle waren sehr freundlich. Die Fotos sind nicht so großartig, aber ich wollte die old dears ja nicht erschrecken.


Scones isst man natürlich mit clotted cream und Erdbeergsälz, das wissen alle, die schon einmal in England waren. Kombiniert mit Tee heißt das dann cream tea. Den besten cream tea gibt es offiziell nicht in Cornwall, sondern in Devon. Hier gibt es aber an jeder Ecke scones. Die gibt es plain, also ohne alles, oder mit Rosinen.

Beim Gemeindekaffee gab es auch eine Verlosung, um die Gemeinde zu unterstützen, aber die Preise sahen ein wenig traurig aus. In Ruan Minor gibt es auch einen winzigen Shop mit Leggie’s Pasties. Ich hatte das ja schon erwähnt, dass das eine Spezialität in Cornwall ist. Meist sind die mit Hackfleisch gefüllt, es gibt sie aber auch vegetarisch. Leider ist auch dieses Foto ein wenig zu dunkel.

Mit Pasties ist es wie mit Brezeln, es gibt sie an jeder Ecke, aber nicht alle sind gut, und die richtig guten Adressen gelten als Geheimtipps. Berühmt ist zum Beispiel Annie’s Pasty Shop in Lizard. Aber das vegetarische Pasty von Leggie war au net schlecht.

Am einfachsten ist es, an Eier zu kommen. Die gibt es an jeder Ecke und man wirft das Geld in eine sogenannte honesty box, also ein Ehrlichkeitskässchen. Diesen Eierstand in Ruan Minor fand ich besonders hübsch.

Im Farmladen gab es dann tatsächlich noch richtig gutes Brot. Das ist immer noch ein ziemlich komplexes Thema, das Brot. Meistens gibt der Brotlaib nämlich zehn Zentimer nach, wenn man draufdrückt.

Abgesehen davon kann man hier höchst interessante Gespräche belauschen. Zum Beispiel dieses im Tante-Emma-Laden in Ruan Minor.

Es sprechen: Alte Frau, trägt einen knallbunten Regenmantel, obwohl die Sonne scheint und Gummistiefel, und Frau vom Laden.

Alte Frau: „Wie geht es dir?
Frau vom Laden: „Mir geht es gut, danke, und dir?“
„Gut, danke, alles gut. Der Wind ist ein wenig frisch.“
„Solange es nicht regnet. Ich sage immer, solange es nicht regnet!“
„In der Tat. Gegen den Wind kann man ja etwas überziehen. Aber der Regen!“
„Ich sage auch immer: Solange es nur trocken ist!“
„Und wir hatten schließlich genug Regen diesen Winter, nicht wahr?“
„O ja. Und wieviel Regen wir hatten! Da wurde man ja richtig trübsinnig!“
„Aber jetzt ist es schön trocken. Es hat schon seit fast einer Woche nicht geregnet!“
„Nun ja, gestern gab es einen kurzen Schauer.“
„Ach, das zählt doch nicht!“
„Du hast recht. Im Vergleich zu dem vielen Regen, den wir im Winter hatten, zählt es wirklich nicht!
„Wenn nur der Wind nicht wäre. Dann wäre es perfekt.“
„Man kann ja etwas anziehen gegen den Wind. Aber der Regen…“

Ich musste mich dann etwas räuspern, da ich nicht den Rest des Tages im Laden verbringen wollte. Das Wetter ist übrigens immer noch fantastisch. Ich muss mal wieder in den Laden gehen und übers Wetter reden.

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