In Brünn moppelt man gern mal doppelt

Brünn/Brno Tag 1: Wir kommen an und sind gleich mittendrin, denn 30 Jahre Städtepartnerschaft wollen gebührlich gefeiert werden!

Ich gestehe es gleich: Dies ist meine erste Delegationsreise. Und dann gleich zu so einem feierlichen Anlass! Einen Tag vor dem Mauerfall 1989 wurde die Partnerschaft Stuttgart-Brünn im Stuttgarter Gemeinderat beschlossen. Nun feiert die vielköpfige Delegation aus Stuttgart unter Leitung von OB Kuhn das Jubiläum. Eine buntgemischte Gruppe ist das, aus lauter spannenden Menschen aus dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung, dem Jugendrat, dem Europa Zentrum, verschiedenen Institutionen und Schulen. Auch der Autor Rainer Wochele, gebürtiger Brünner, ist mit seiner Frau dabei.

Von unserer Stadtführerin Marina erfahren wir erst einmal, dass es in Brünn alles im Doppelpack gibt: Es gibt zwei Flüsse, zwei Hauptplätze, zwei Symbole (den Drachen und das Rad), es wird zweimal an verschiedenen Stellen zu Mittag geläutet und es gibt zwei Gebäude, die das Stadtbild dominieren, die Kathedrale Peter und Paul und die Burg Spilberk. Das mit dem Drachen finde ich spannend, schließlich haben die Waliser den Drachen in ihrer Flagge und in Katalonien ist der Drachentöter St Jordi der Schutzheilige. Wir sind also schon mittendrin im Thema Europa!


Der berühmte Brünner Drache


Deckenmalerei im wunderschönen neuen Rathaus

Wunderschön, das neue Rathaus mit seinem Großen Sitzungssaal und dem Rittersaal. Dort sprechen dann die beiden Stadtoberhäupter über die Städtepartnerschaft. Die Brünner haben eine Frau an Ihrer Spitze, Dr. Markéta Vaňková. Auf Tschechisch heißt sie primátorka. „Stellen Sie sich vor, was 30 Jahre im Leben eines Menschen bedeuten“, sagt sie und vergleicht die Städtepartnerschaft mit der Freundschaft zwischen zwei Menschen. Kein Zweifel, 30 Jahre sind eine lange Zeit, und Grund zu feiern! „Vor 30 Jahren haben wir jede Unterstützung gebraucht, jetzt sind wir ein fester Teil Europas.“

OB Kuhn schließt an die Worte seiner Brünner Kollegin an. „Europa ist auch, aber nicht nur Brüssel, sondern das, was alltäglich zwischen den Menschen gelebt wird.“ In der Tat! Die Städtepartnerschaft zwischen Brünn und Stuttgart gehört zu den aktivsten der zehn Städtepartnerschaften, und schon nach einem Tag kann ich sagen: wer die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen hier erlebt, wird sich schwer tun, sie nicht ins Herz zu schließen! Wer das selber erleben möchte, hat dazu viele Gelegenheiten. Beispielsweise bietet das Europa-Zentrum vom 27. – 30.10. eine Reise an!

Nach den offiziellen Feierlichkeiten geht es inoffiziell und sehr vergnüglich weiter, nämlich auf dem Brünner Stausee auf einem Schiff mit dem schönen Namen Stuttgart. Auf der Fahrt dahin sehen wir schon ein wenig von dieser wunderschönen Stadt (die gerne mit Wien verglichen wird) und ihren Palästen, besonders die drei renovierten Jugenstil-Paläste sind eine Freude fürs Auge. Marina erzählt uns außerdem, dass sich noch viele deutsche Worte im Brünner Dialekt erhalten haben, weil bis Anfang des 20. Jahrhunderts Deutsch Amtssprache war. Kleines Beispiel gefällig? „Gsicht“, „Schnupfdichel“!

Auf dem Schiff namens Stuttgart, eigentlich einem Doppelschiff, gibt es dann viele musikalische und kulinarische Freuden, unter anderem ein Partnerschafts-Tiramisu!

Und so schippern wir hinein in den wunderschönen Abend, die Sonne kommt noch ganz spät heraus, und die Landschaft ist einfach zauberhaft. Gutes Essen, tschechischer Wein und tschechisches Bier, gute Gespräche, so kann’s weitergehen! Sorry, Neckar, aber hier ist’s schöner…

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